Meine Gedanken zu schwierigen Lebenssituationen, inspiriert von Viktor Frankl

Aktualisiert: 10. Feb. 2021


*Die innere Freiheit und die Würde des Menschen* Es gibt ein paar wenige Menschen, die mit einer absoluten Menschlichkeit und Würde glänzen, dass man es kaum für wahr halten kann und ihre Geschichten berühren uns über Jahrzente. So erging es mir mit Viktor Frankl und seinem Buch …Trotzdem Ja zum Leben sagen- Ein Psychologe erlebt das Konzentrationslager. Er beschreibt in seinem Tatsachenbericht, wie man in äußerst unwürdigen und unmenschlichen Lebenssituationen, trotzdem seine Würde behalten kann und auch immer noch Entscheidungsfähig bleiben kann, auf welche Weise ich mit der Gegebenheit umgehe. Er beschreibt wie ein länger dauernder Aufenthalt im Konzentrationslager den Eindruck erwecken könnte, dass die menschliche Seele letzten Endes von der Umwelt her zwangsmäßig und eindeutig bestimmt wird. Man könnte hier sogleich Einwände erheben und fragen: wo bleibt denn die menschliche Freiheit? Die Unantastbarkeit der Würde? Ist es wirklich so, dass der Mensch nichts weiter sei als ein Produkt vielfacher Bestimmtheiten und Bedingtheiten, seien sie nun biologisch gemeint, oder psychologisch oder soziologisch? Und im Besonderen: zeigt sich an den seelischen Reaktionen des Menschen auf die besondere, sozial bedingte Umwelt des aktuellen Lebens tatsächlich, dass er den Einflüssen dieser Daseinsform, denen er gezwungenermaßen unterstellt ist, sich gar nicht entziehen kann?



Dass er diesen Einflüssen unterliegen muss? Beispiele aus dem Leben im KZ beweisen, dass es sehr wohl anders gehen kann. Zum Beispiel, dass man die Apathie überwinden und die Gereiztheit unterdrücken kann, dass also ein Rest von geistiger Freiheit besteht. Es waren Menschen, die durch die Baracken des Lagers gewandelt sind und hier ein gutes Wort, dort den letzten Bissen Brot spendeten. Es ist die Beweiskraft dafür, dass man Menschen alles nehmen kann, nur nicht: die letzte menschliche Freiheit, sich zu den gegebenen Verhältnissen so oder so einzustellen. Und jeder Tag und jede Stunde gibt tausendfach die Gelegenheit, diese innere Entscheidung zu vollziehen, die eine Entscheidung für oder gegen den Verfall an jene Mächte der Umwelt darstellt, die dem Menschen sein eigenes zu rauben drohen. Die geistige Freiheit des Menschen, die man ihm bis zum letzten Atemzug nicht nehmen kann, lässt ihn auch noch bis zum letzten Atemzug Gelegenheit finden, sein Leben sinnvoll zu gestalten.



Wenn es Menschen gab, die diese Einstellung unter den grausamsten Umständen beibehalten konnten, die man sich vorstellen kann, lasst uns also auch in unserer aktuellen Situation eine Entscheidung treffen und noch Mensch bleiben und die Menschenwürde bewahren. Lasst uns füreinander da sein und nicht gegeneinander kämpfen und anfeinden. Habt Mitgefühl mit Menschen die Angst haben und verspottet sie nicht. Kollektive Kriegstraumata sitzen tief und werden durch die derzeitige Lage getriggert. Spendet Zuversicht und Unterstützung. Das geht auch über Telefon und Internet. Abschließend noch ein schönes Zitat von Dostojewski: Ich fürchte

nur eines: meiner Qual nicht würdig zu sein….



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